Laut Angaben des Bitkom-Verbandes, verfügten Ende 2011 schon 23 von 39,9 Millionen Haushalten in Deutschland über einen DSL-Anschluss. Weitere 2,9 Mio. setzen auf Kabel-Internet. DSL bleibt damit weiterhin unangefochten die beliebteste Anschlussmöglichkeit für schnelles Internet. Allerdings stagnieren die Nutzerzahlen bei DSL, während die Kabelanbieter sich weiter über stetiges Wachstum freuen. Zum genannten Zeitpunkt entfielen demnach rund 87,4 % des gesamten Breitbandmarktes auf DSL als Zugangstechnik. Bei insgesamt rund 40 Millionen Haushalten in Deutschland, hatte also bis dato mehr als die Hälfte einen DSL-Zugang in Gebrauch.
Und die Situation allgemein? Gemäß des Breitbandaltas 2010, bestand Ende 2010, für 98,3 Prozent der Deutschen die Möglichkeit der Nutzung für Breitbandinternet mit wenigsten 1 Mbit Pro Sekunde.
Kabel-Internet kann unter Umständen für einige Verbraucher eine mögliche Ausweichmöglichkeit sein, wenn der Wohnort bisher nicht mit DSL versorgt ist. Denn nicht selten ist Kabel-Breitband verfügbar, aber kein DSL! Stärkste Konkurrenz der DSL-Anbieter sind die großen Kabel-Anbieter in Deutschland. Deren Angebote erfreuen sich immer größter Beliebtheit. Das Wachstum hier ist dementsprechend besonders hoch. Mit 2,9 Millionen Kabel-Breitbandanschlüssen Ende 2011, ist Kabel die zweitbeliebteste Highspeed-Internetzugangsvariante der Deutschen. Im selben Jahr konnten die Kabel-Provider mit 600.000 Neukunden genauso viele Neukunden akquirieren, wie die Mitbewerber auf dem DSL-Markt.
Die Kabelanbieter investieren seit Jahren stetig in den Ausbau der eigenen Netze. So können die meisten selbst mit dem modernen VDSL problemlos konkurrieren. Während 2008 die maximale Datenrate bei Kabelanschlüssen noch bei 20-25 Mbit/s zu beziffern war, können Kabelkunden heute teils schon mit 120 MBit/s (oder noch mehr) im Internet surfen. Häufig nachgefragt werden Triple-Play-Paket aus Kabel-TV, Telefonie und Internet. Separate Internetanschlüsse via Kabel sind besonders dort gefragt, wo eben kein DSL möglich ist. Die Preise sind mit denen der DSL-Provider vergleichbar. Der Vorteil des Kabel-Internets gegenüber anderen Lösungen ist, dass die angegebenen Geschwindigkeiten weit öfter eingehalten werden können, als bei DSL.
Fazit: Kabel-Internet kann für einige Kunden eine mögliche Ausweichmöglichkeit sein, wenn der Wohnort bisher ohne DSL-Verfügbarkeit ist. Denn nicht selten ist zwar Kabel-Breitband verfügbar, aber kein DSL.
Die Idee Internetzugänge per Satellit zu realisieren ist schon alt. Doch lange Zeit konnte man mit einer entsprechend ausgerüsteten SAT-Anlage zwar schnelle Downloads durchführen, doch um auch Daten zu senden, war zusätzlich ein herkömmlicher Internet- bzw. Telefonanschluss nötig. Nämlich für den Rückkanal. Das war wenig praktikabel und zudem sehr teuer. Die meisten SAT-Internetanbieter bieten heute glücklicher Weise bidirektionale Internetverbindungen an. Die Internet-Dienste der Satellitenbetreiber Astra und Eutelsat sind seitdem eine eigenständige und vollwertige Alternative zu DSL.
Die Angebote sind aber nur für Nutzer attraktiv, bei denen keine andere Möglichkeit (Stichwort LTE) in Frage kommt. Denn erstens muss der Nutzer in spezielle Empfangstechnik investieren und daher zum Teil hohe Anschlussgebühren bezahlen. Zweitens ist der Downstream im Vergleich zu konventionellen Zugangstechniken eher niedrig. Immerhin bieten die SAT-DSL-Provider schon Tarife mit bis zu 24 MBit/s. Der große Vorteil der SAT-basierten Internetlösungen ist indes die flächendeckende Verfügbarkeit. Als gewichtigster Nachteil, der vergleichsweise hohe Preis zu nennen.
Linktipps:
» StarDSL - Internet via Satellit
» skyDSL - skyDSL ist flächendeckend in Deutschland verfügbar!
Immer mehr Internetuser nutzen ein privates Funknetzwerk in den eigenen vier Wänden. Doch auch in der Uni, bei der Arbeit oder im Café kann man auf WLAN-Netze zugreifen. Es liegt die Idee nahe, ganz und gar auf einen kabelbasierten Anschluss zu verzichten. Tatsächlich laufen diverse Pilotprojekte, die sich unter hohem Aufwand als Ziel setzen, ein überregionales WLAN-Zugangsnetzwerk zu schaffen. Doch die Datenverbindungen sind überwiegend so unzuverlässig, dass kaum jemand auf einen provider-basierten Anschluss verzichten wollen wird. Hier bietet sich WiMAX an: Seit 2006 vertreibt die Deutsche Breitband Dienste GmbH WiMAX-Anschlüsse. Unter dem Markennamen „DSLonair“ werden Breitbandanschlüsse mit bis zu 2 Mbit/s bereitgestellt, zumeist in mit DSL unterversorgten Gebieten. In Großstädten wird WiMAX als „MoobiAir“ angeboten. Die Reichweite ist in der Praxis auf 2-3 km beschränkt, so dass auch in den Städten keine Versorgung garantiert werden kann. Nachteil dieser Funknetzwerke besteht darin, dass die Bandbreite stark eingeschränkt und somit z.B. IP-TV nicht nutzbar ist. WiMAX eignet sich aber für den Einsatz auf portablen Endgeräten und könnte vor allem eine Alternative für den Internetzugang auf Handys werden. Der Zukunft gehören aber definitiv Mobilfunktechniken, wie HSDPA+ und LTE…
Während mit älteren Mobilfunktechniken der 2. Generation (GSM, GPRS) nur relativ langsame Internetverbindungen möglich sind, bietet UMTS (3. Generation) mit 384 Kbit/s immerhin schon 6-fache ISDN-Geschwindigkeit. Der Nachfolger namens HSDPA kommt auf Downloadraten von mehr als 40 Mbit/s. Seit 2010 etabliert sich weltweit die 4. Netzgeneration, das sogenannte LTE (Long Term Evolution). Die Entwickler haben nochmals Geschwindigkeit und Nutzerfreundlichkeit deutlich steigern können. Mit bis zu 50 Mbit schnellen Transferraten, leistet LTE in vielen mit Breitband unterversorgten Regionen bereits wertvolle Dienste und fungiert dort als DSL-Ersatztechnik.
Bisher boten Mobilfunknetze, aufgrund der hoher Kosten und der geringen Datenrate, keine Alternative zu stationären DSL-Anschlüssen. Hauptkritikpunkt, auch bei LTE, ist die noch gängige Praxis der Drosselung der LTE-Anschlüsse, auch Volumenbegrenzung genannt. Bei Überscheiten eines festgelegten Datenverbrauchs, wird die Datenrate bis Monatsende stark gedrosselt. Dennoch wird in modernen Mobilfunktechniken wahrscheinlich die Zukunft der Versorgung im ländlichen Raum liegen. Bis 2013/2014 bereits, könnten mit LTE, bundesweit die meisten Lücken auf der Karte im Breitbandatlas geschlossen werden.
Der Vollständigkeit halber wäre noch die Powerline-Technologie zu erwähnen. Bekannt ist ja bereits die Möglichkeit zur Inhouse-Verkabelung über Steckdosen, z.B. als Ersatz für WLAN. Doch auch der direkte Internet-Zugriff ist über eine Steckdose möglich. Bislang bieten einige Energieversorger den sog. Powerline-Access nur in wenigen Städten an. Aufgrund der Zurückhaltung der großen Energieversorger sowie technischer Probleme, ist eine stärkere Verbreitung von Powerline in Deutschland jedoch unwahrscheinlich.