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SPIT und VISHING – Spam über Internet-Telefonie


Wer früher den Streit um die Online-Durchsuchungen und den Einsatz  des sogenannten „Bundes-Trojaners“ mit verfolgt hat, wird sicherlich auch von einem Lauschangriff auf Internet-Telefonate gehört haben. Das Landeskriminalamt Bayern bestätigte dieses umstrittene Vorgehen, gab jedoch zu Protokoll, dass nur unter schwerem Verdacht und mit richterlicher Genehmigung gehandelt wurde. Auch in Zukunft wird diese Debatte sowohl Ermittlern als auch Datenschützern Kopfzerbrechen bereiten. Doch während dieser Fall immerhin eine kritische, diskursive Annäherung an das Thema Online-Überwachung begleitet, sind bereits vermehrt illegale, rücksichtslose Werbe- und Manipulationsaktionen, auch im Bereich VoiP, festzustellen.

Trick 1) Vishing

Eine Methode zur „Telefon-Attacke“ nennt sich Vishing. Es handelt sich um einen nahen Verwandten von Phishing (gesprochen: 'Fisching'). Bei dieser Masche bekommt der Empfänger eine e-Mail , die von der Aufmachung her vertrauenswürdigen Absender, wie beispielsweise den Sparkassen oder eBay, zum verwechseln ähnlich sieht. Man wird aufgefordert, Benutzername und Kundenkennwort einzutragen, die nach dem Absenden an die angebliche Rückadresse beim Trickbetrüger landet. Dieser ist nun um einige sensible Daten reicher. Ähnlich funktioniert Vishing! Über einen Dialer werden automatisiert private Rufnummern gewählt. Eine Stimme vom Band erklärt, dass die Bank „sowieso“ beispielsweise Pin-Daten der EC-Karte benötigt. Auf diese Weise kommen die Betrüger auch an sensible Daten leichtgläubiger Opfer heran. Man sollte sich daher bewusst sein, dass Kreditinstitute nie nach solchen Angaben per Telefon oder e-Mail verlangen würden. Eine gesunde Portion Misstrauen ist hier die beste Sicherheitsmaßnahme.



Trick 2) SPIT

Es gibt jedoch Methoden, die sich der Kontrolle des Verbrauchers weitestgehend entziehen. Während den meisten Internet-Nutzern der Begriff Spam leidlich aus eigener Erfahrung bekannt sein müsste, scheint sich im VoIP-Bereich ein Pendant anzubahnen, der dieselbe nervtötende Funktion übernehmen wird: SPIT (Spam over Internet Telephony). Werbebotschaften, in denen eine Computerstimme beispielsweise die Vorteile von Viagra preist, sind auf Dauer nervig. Sollten Sie noch einen veralteten Volumentarif für Ihr Internet nutzen, kann es sogar teuer werden (DSL-Flatrates – hier informieren und vergleichen). Zwar ist die Telefonie selbst kostenlos, durch den entstehenden Datentransfer (rund 100 MB / Stunde)  können bei Volumentarifen Kosten anfallen. Da nämlich durch die unerwünschte SPIT-Anrufe der Datenverbrauch in die Höhe getrieben wird. Qovia, ein amerikanisches VoIP-Unternehmen, hat in diesem Zusammenhang errechnet, dass ungefähr 1000 SPIT-Nachrichten pro Minute an IP-Telefone verschickt werden können. Einen umfassenden Schutz gibt es bislang nicht, eine akute Gefahr aber auch nicht. Zum Teil können Sie solche Anrufe dadurch vermeiden, dass Sie an ihrer Telefonanlage einstellen, dass der Anruf abgewiesen wird, wenn keine Telefonnummer mitgesandt wird.


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