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Jul 03 2013

 von: Sarah_Klare

Was viele Nutzer schon lange vermutet haben, kann durch eine Studie der Europäischen Kommission jetzt offiziell bestätigt werden. Die meisten Internet Provider werben mit höheren Surfgeschwindigkeiten als sie tatsächlich liefern können. Im Durchschnitt liefern die Anbieter in Deutschland gerade einmal 74 Prozent der angepriesenen Geschwindigkeit. Dabei gibt es zwischen den einzelnen Technologien allerdings große Unterschiede.

Technologien im Vergleich

Mit der Phrase „bis zu … Mbit/s“ versprechen Internetprovider oft super schnelle Internetverbindungen. Dabei unterschlagen sie jedoch, dass diese Spitzenwerte selten oder nie erreicht und Verbraucher durchschnittlich mit einer weitaus geringeren Bandbreite vorlieb nehmen müssen. Das gilt besonders für Kunden mit einem DSL-Anschluss. Laut Studie können diese oft nur etwa 60 Prozent der vom Provider versprochenen Geschwindigkeit nutzen. Eine Situation in der sich viele Kunden hintergangen fühlen, da sie schließlich den Preis für die höhere Bandbreite bezahlen. Bei Glasfaseranschlüssen ist die Differenz nicht ganz so drastisch. Wie die Studie heraus gefunden hat, erhalten Verbraucher hier im Durchschnitt immherin 84,4 Prozent der versprochenen Geschwindigkeit. Am wenigsten beschönigt wird laut Studie bei den Kabelanschlüssen. Hier können Kunden immherin 91,4 Prozent der angepriesenen Geschwindigkeit auch tatsächlich nutzen.

Hintergrund der Studie

Um einen Gesamtüberblick über die Versorgung mit Breitbandinternet in Europa und angrenzenden Ländern zu bekommen, hat die Europäische Kommission eine „Europaweite Studie zu Breitbanddiensten“ in Auftrag gegeben. Dafür wurden in allen 27 EU-Mitgliedstaaten, sowie in Norwegen, Kroatien und Island rund 9.000 Nutzer befragt. “Dies ist das erste Mal, dass die Differenz zwischen den beworbenen und den tatsächlichen Breitbandgeschwindigkeiten durch vergleichbare und zuverlässige Daten aus allen EU-Mitgliedstaaten bestätigt wird”, erklärt die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Neelie Kroes.

Geschwindigkeiten in Europa

In Spitzenzeiten, so ergab die Studie, ist die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit in Europa 19,47 Mbit/s. Dabei ermöglichen Glasfaseranschlüsse (FTTH) mit 41,02 Mbit/s die schnellsten Geschwindigkeiten beim surfen. Auf Platz zwei liegen Kabelanschlüsse mit 33,10 Mbit/s und die geringste Bandbreite bietet DSL mit durchschnittlich 7,2 Mbit/s. Im europaweiten Vergleich sind die Versprechungen deutscher Internetprovider nicht so unrealistisch wie in einigen anderen Ländern. In Frankreich und Großbritannien zum Beispiel können Kunden gerade einmal 40 Prozent der angepriesenen Geschwindigkeit nutzen. Im Europaweiten Durchschnitt liegt dieser Wert laut Studie bei 60,3 Prozent. In der Bundesrepublik ist für Verbraucher 74 Prozent der versprochenen Leistung auch wirklich zugänglich. Trotzdem, auch wenn die Politik der Internetprovider in Deutschland Verbraucherfreundlicher zu sein scheint als in anderen Ländern Europas, ein wirklich fairer Markt sieht anders aus.

Quelle: Europäische Kommission

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