Es gibt zwei verschiedene Anwendungen und Begrifflichkeiten, wenn es um das Thema Strom als Kommunikations- und Datennetz geht. Zum einen kann das lokale, häusliche Stromnetz auch dazu genutzt werden, um ein privates Netzwerk aufzubauen. Und zwar ganz ohne ein LAN-Kabel verlegen zu müssen oder auf WLAN zu setzen. Dann spricht man vom „Inhouse Powerline“ (Details im unteren Abschnitt).
Ein weiterer Aspekt beim Thema „Powerline“ ist die Etablierung eines Breitband-Internetzugangs über das Stromnetz. Auch wenn es technisch nicht ganz korrekt ist, spricht man häufig vom „DSL per Stromleitung“. Die Idee war nicht sehr neu aber äußerst verlockend! Wieso nicht das Stromnetz nutzen, um darüber Daten zu übertragen. Schließlich führen die Stromleitungen bundesweit in jeden einzelnen Haushalt.
Im Jahre 2000/2001 planten einige Energieversorger den Großangriff auf die etablierten DSL-Anbieter. Denn ein DSL-Anschluss war bis dato noch relativ teuer, eine Surfflatrate keinesfalls selbstverständlich. Zudem war die Telekommunikations-Landschaft noch ziemlich fest im Griff der Deutschen Telekom. Die Geschäftsidee „DSL vom Stromanbieter“ eröffnete zudem einen attraktiven, zusätzlichen Markt für die Stromkonzerne, neben dem eigentlichen Kerngeschäft. Doch leider kam auf die Euphorie rasch die Ernüchterung. Das Konzept ging nicht wirklich auf. Denn die technischen Probleme überwogen.
Nach anfänglich recht vielen Anbietern, sind heute praktisch nur noch eine handvoll übrig. Meist regional agierende Unternehmen, die Internet aus der Steckdose mehr als Nebendienstleistung offerieren. Einen derartigen Breitbandzugang empfehlen wir allerdings nur, wenn wirklich keine andere Alternative in Frage kommt. Denn die Kosten liegen schon recht deutlich über dem Niveau konventioneller DSL-Anschlüsse. Zudem wird nicht selten nach Nutzungsvolumen abgerechnet. Eine Tarifform, die es sonst praktisch bei stationären DSL-Zugängen nicht mehr gibt. In entlegenen Gebieten ohne DSL, kann das Internet per Stromnetz allerdings eine willkommene Alternative bieten.
Anbieter: Powerkom in Dresden; ein städtisches Unternehmen in Haßfurt; Piper:net – ein Angebot der Stadtwerke Hameln; Vype in Mannheim und Hatzenbühl
Wie wir zu Anfang dieses Ratgebers bereits erwähnten, gibt es noch eine andere sinnvolle Anwendung für die Datenübertragung von Informationen über das Stromnetz. Und zwar bei Ihnen zu Hause. Richtig gehört! Ein sogenanntes „Powerline-Netzwerk“ ist eine äußerst attraktive Technik zur Etablierung eines Heimnetzwerkes. Obwohl es die Möglichkeit schon seit Jahren gibt, nutzen bisher nur wenige die vorteilhafte Netzwerktechnik. Wahrscheinlich aus Unkenntnis. Doch das soll sich ändern!
Stromadapter (Devolo)
Bild: Devolo Presse
Stromnetzwerk im Haus - Schematische Darstellung
Bild: Devolo Presse
Mittlerweile bieten einige Firmen die Powerline-Adapter an. Der Marktführer in diesem Bereich heißt „Devolo“. Ein Set aus zwei Adaptern (für die Verbindung eines PCs) ist bereits ab ca. 60 € erhältlich. Zudem gibt es auch 4´er-Sets. Wem das noch nicht ausreicht, kann nahezu beliebig viele hinzu schalten. Günstige Powerlineadapter (wir empfehlen den Marktführer Devolo) finden Sie hier bei Amazon.de.