DSL auf dem Lande

Kein DSL oder Alternativen in Sicht?


1. Die Situation

Die Lücken auf der Breitbandversorgungskarte in Deutschland sind bei weitem noch nicht gedeckt. Zumeist in ländlichen Gebieten, fern von urbanen Strukturen, klaffen viele Lücken. In Zahlen beziffert, betrifft dies rund 2-3 Prozent der Haushalte (> 1 Million) in Deutschland. Entweder liegt noch garkein Highspeed-Internet (mind. 2 MBit) per Festnetz an, oder nur mit geringeren Datenraten. Ein DSL-Light Anschluss (falls verfügbar) mit ca. 380 KBit/s, stellt dann oft noch die Obergrenze der Geschwindigkeit dar. Für Updates, wie sie Windows und Virenscanner verlangen, artet dieser Umstand schnell in Wartefrust aus. Auch das profane Surfen macht kaum Spaß, da Webseiten immer umfangreicher und aufwändiger werden. Es gibt aber endlich Lösungen! Doch zunächst werfen wir einen Blick auf die Hintergründe der Misere.


2. Gründe für die Ausbaulücken

So hart es klingt, ausschlaggebend sind meist wirtschaftliche Faktoren. Der Ausbau kostspieliger, kabelbasierter Internetzugänge, lohnt sich einfach kalkulatorisch in Gebieten mit geringer Wohndichte nicht. So jedenfalls kommentieren die Breitbandprovider seit mehreren Jahren die Situation. Ganz von der Hand zu weisen ist das Argument seitens der Unternehmen gewiss nicht. Unwirtschaftliches Handeln kann sich schließlich kein Unternehmen leisten. Wären da nicht andere Staaten in der EU, die dem sogenannten Technologiestandort Deutschland in Bezug auf Internetversorgung vorführen. In Estland ist die Versorgung im Grundgesetz verankert! Auch die Schweiz sieht seit dem 01.01.2008 eine Grundversorgungspflicht vor - selbst auf der höchsten Alm. Ohne die Politik ist demnach auch die nächsten Jahre kein Wunder zu erwarten. Zwar wurde vor einigen Jahren eine Breitbandinitiative ins Leben gerufen, die bis 2018 jedem einen Zugang mit 50 MBit verspricht. Doch zu 100% ist dieses Vorhaben abermals nicht erfüllt worden, im Gegenteil!


Aber es gibt dennoch Hoffnung und Möglichkeiten!

Siehe Punkt 4) und Möglichkeiten dennoch schnelles Internet zu erhalten.
» Beratung: Kein DSL und Alternativen

3. Technische Gründe für die Lücken

Die unter 2) angesprochenen Kostenfaktoren werden z.B. derart verursacht: Wird ein Gebiet mit DSL versorgt und steigt die Kundenzahl, kann es sein, dass plötzlich potenzielle Neukunden keinen Anschluss mehr bekommen. Jeder Kundenanschluss wird an einen sogenannten DSL-Access-Multiplexer (DSLAM) angeschlossen. Dieser kann etwa 600 Kunden bedienen. Danach muss ein neuer DSLAM her. Liegt die potenzielle Neukundenzahl jedoch zu niedrig, lohnt die teure Investition sich für das Telekommunikationsunternehmen nicht mehr. Breitbandtechniken, wie VDSL, Kabelinternet oder gar Direkt-Glasfaser (FTTH), sind da etwas flexibler, kommen aber in betroffenen Gebieten ebenso wenig zum Einsatz.

Ähnlich verhält es sich mit der Situation zu Dörfern. Existiert z.B. in Dorf A die Möglichkeit auf DSL, aber im 30 km entfernten Dorf B nicht, muss ein teures Glasfaserkabel gezogen und ein DSLAM aufgebaut werden. Auch hier geht die Rechnung nur bei mehreren hundert potenziellen Kunden auf. Daher nehmen einige Gemeinden die Sache neuerdings auch gern mal selbst in die Hand. Die Kosten werden auf alle Interessenten umgelegt und nach Möglichkeit mit Fördergeldern reduziert. Das Dörfchen „Hegensdorf“ erlangte z.B. so vor einigen Jahren Berühmtheit. Denn die Bürger griffen einst selbst zur Hacke(!), um die 1,3 Kilometer Verbindungsstrecke zu graben. So sanken die Kosten, die von der Deutschen Telekom auf 40.000 Euro beziffert wurden um 30000 Euro!

Teils werden solche Selbsthilfeprojekte aber in Kooperation mit den Telkos gestemmt. Doch auch hier gilt es zunächst, einige hundert Interessenten zu finden, da sonst die Kosten für die einzelnen zu hoch sind.


4. Mittel und Wege zu DSL bzw. schnellen Breitbandzugängen

4.1 Internet per Funk

2010 fand die größte Versteigerung seit der Auktion der UMTS-Mobilfunklizenzen (ein Jahrzehnt zuvor) statt. Unter den Hammer kamen vor allem Frequenzen im Bereich von 800 MHz, die durch die Digitalisierung des Rundfunks frei worden - auch bekannt als „Digitale Dividende“. Diese gilt als Basis für ein mobiles Datennetz der 4. Generation, kurz LTE (Long Term Evolution). Die Vision vom schnellen „Überall-Internet“ nahm abermals Gestalt an. Denn LTE bietet im ländlichen Raum Bandbreiten von bis zu 100 MBit/s und kann hat das Potenzial auf dem Land bald alle „weißen Flecken“ zu schließen. Ende 2012 war der LTE-Ausbau bereits in allen Bundesländern abgeschlossen - zumindest nach den Vorgabekriterien der Bundesnetzagentur. Das heißt: 90% der alternativlosen Regionen müssen  versorgt sein. Vodafone und die Telekom erreichren mit ihren LTE-Netzen 2017 bereits gut 85 Prozent der Haushalte. Ungefähr 2019-2020 könnte der LTE-Ausbau nahezu abgeschlossen sein und in etwa dem Niveau der vorherigen UMTS-Versorgung entsprechen. Zudem wird ab 2020 der LTE-Nachfolger 5G erwartet. Übrigens, auch in den Städten beschleunigt LTE das mobile Internet. Seit Ende 2017 sogar erstmals auf über 1000 MBti/s. Die Funktechnik gibt es selbstverständlich auch für Smartphones und Surfsticks.

4.1.1 Anbieter für den schnellen DSL-Ersatz per LTE:

Angeboten wird LTE für Zuhause von der Telekom und Vodafone. Die ersten beiden verfügen  bundesweit über das am besten ausgebaute Netz im ländlichen Raum. Vodafone bietet Pakete mit oder ohne Telefonanschluss, bei der Telekom sind ausschließlich LTE-Komplettpakete mit Festnetzflat erhältlich. Die Preise bewegen sich im Bereich von 24-50 Euro monatlich. Unser Tipp: MagentaHybrid von der Telekom mit bis zu 100 MBit und ganz ohne lästige Datendrossel!

» zur Vodafone | » zum LTE-Angebot der  Dt. Telekom


LTE statt DSL - Highspeed fürs Ländle

Sackgasse Wimax: Große Hoffnung wurde mit Sicherheit bei allen Betroffenen im Zuge der ersten Wimax-Lizenz-Versteigerung im Dezember 2006 geweckt. Bei Wimax handelt es sich um eine Technik, die mittels Funknetzen Breitbandinternetverbindungen ermöglicht. Das teure Verlegen von Kabeln entfällt also. Wimax galt lange Zeit als Alternative zu kabelbasierten Internetzugängen per DSL, VDSL oder Kabel sowie dem Mobilfunkstandard UMTS. Die Zukunft von Wimax gilt heute als wenig aussichtsreich. Der weltweit größte Netzwerkausrüster „Cisco“ gab im März 2010 bekannt, in Zukunft keine Wimax-Ausrüstung mehr herzustellen.

4.2 DSL via Satellit

Zunächst die gute Nachricht - Sie können DSL über Satellit überall nutzen! Hier finden Interessenten ein Überblick zu passenden Angebote und Tarifen. Leider hat dieser Weg aber einen Harken. Er ist um einiges kostenintensiver als ein herkömmlicher DSL-Anschluss oder das im vorherigen Abschnitt vorgestellte LTE. Wer allerdings beruflich oder privat auf das Internet angewiesen ist oder gar damit seinen Lebensunterhalt verdient, findet mit SAT-Internet eine zuverlässige Alternative, sofern auch LTE noch nicht verfügbar sein sollte. Hier kann eine einfache Kalkulation gegenüber der DFÜ-Modemnutzung dennoch Sparpotenziale ergeben. Besonders für mittelständige Unternehmen in den betroffenen Regionen ein interessanter Ansatz.


4.3 Andere Alternativen

Als letzte Möglichkeit können Sie prüfen, ob regionale Kabelanbieter oder DSL-Provider mit eigenen Netzen eventuell eine positive Verfügbarkeitsaussage liefern. Wir haben Ihnen hier alle Möglichkeiten und Anbieter zusammengestellt. Zudem empfiehlt sich, es auf gut Glück zu testen, ob evtl. das schnelle (bis 50 Mbit/s) VDSL verfügbar ist. Da dies auf einem anderen Netz beruht, kommt es manchmal vor, dass zwar VDSL am Wohnort möglich ist aber kein DSL!


4.5 Sparen und "Warten auf DSL"

Auch wenn alle Stränge reißen, können Sie wenigstens auf die Kostenbremse treten, sofern sie weiter über ein 56K-DFÜ-Modem bzw. über ISDN surfen. Bei letzteren lohnt ein Blick auf die Angebote sogenannter ISDN-Flatrates. Wird ein Analogmodem genutzt, sollte schleunigst auf eine DSL- oder VDSL-Flat umsteigen, da diese Zugangsformen völlig veraltet und sehr langsam sind.





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