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DSL auf dem Lande

Kein DSL oder Alternativen in Sicht?



1. Die Situation

Die Lücken auf der Breitbandversorgungskarte in Deutschland sind bei weitem noch nicht gedeckt. Zumeist in ländlichen Gebieten, fern von urbanen Strukturen, klaffen viele Lücken. In Zahlen beziffert, betrifft dies rund 3 Prozent der Haushalte (> 1 Million) in Deutschland. Etwa 700 Kommunen können schnelles Internet nur mit einer vergleichsweise teuren Satellitenlösung nutzen (Stand April 2010).


Ein ISDN-Anschluss (falls verfügbar) mit 64 KBit/s stellt dann leider die Obergrenze der Geschwindigkeit dar. Für Updates, wie Sie Windows und Virenscanner verlangen, artet dieser Umstand schnell in Wartefrust aus und verursacht hohe Kosten. Denn abgerechnet wird hier bekanntlich noch im Minutentakt. Auch das profane Surfen macht kaum noch Spaß, da Webseiten immer umfangreicher und aufwändiger werden.


2. Gründe für die Ausbaulücken

So hart es klingt, ausschlaggebend sind meist wirtschaftliche Gründe. Der Ausbau kabel- oder funkbasierter Internetzugänge lohnt sich einfach kalkulatorisch in bestimmten Gebieten mit geringer Wohndichte nicht. So jedenfalls kommentieren die DSL- und Mobilfunkprovider seit mehreren Jahren die Situation. Ganz von der Hand zu weisen ist das Argument seitens der Unternehmen gewiss nicht. Unwirtschaftliches Handeln kann sich schließlich kein Unternehmen leisten. Wären da nicht andere Staaten in der EU, die dem sogenannten Technologiestandort Deutschland in Bezug auf Internetversorgung vorführen. In Estland ist die Versorgung im Grundgesetz verankert! Auch die Schweiz sieht seit dem 01.01.2008 eine Grundversorgungspflicht vor - selbst auf der höchsten Alm. Ohne die Politik ist demnach auch die nächsten Jahre kein Wunder zu erwarten.


Aber es gibt dennoch Hoffnung und Möglichkeiten!

Siehe Punkt 4) und Möglichkeiten dennoch schnelles Internet zu erhalten.
» Beratung: Kein DSL und Alternativen


3. Technische Gründe für die Lücken

Die unter 2) angesprochenen Kostenfaktoren werden z.B. derart verursacht:
Wird ein Gebiet mit DSL versorgt und steigt die Kundenzahl, kann es sein, dass plötzlich potenzielle Neukunden keinen Anschluss mehr bekommen. Jeder Kundenanschluss wird an einen sogenannten DSL Access Multiplexer (DSLAM) angeschlossen. Dieser kann etwa 600 Kunden bedienen. Danach muss ein neuer DSLAM her. Liegt die potenzielle Neukundenzahl jedoch zu niedrig, lohnt die teure Investition sich für das Telekommunikationsunternehmen nicht mehr. Breitbandtechniken, wie VDSL oder Kabelinternet, sind da etwas flexibler, kommen aber in betroffenen Gebieten ebenso wenig zum Einsatz.

Ähnlich verhält es sich mit der Situation zu Dörfern. Existiert z.B. in Dorf A die Möglichkeit auf DSL, aber im 30 km entfernten Dorf B nicht, muss ein teures Glasfaserkabel gezogen und ein DSLAM aufgebaut werden. Auch hier geht die Rechnung nur bei mehreren hundert potenziellen Kunden auf. Daher nehmen einige Gemeinden die Sache auch mal selbst in die Hand. Die Kosten werden auf alle Interessenten umgelegt. Das Dörfchen „Hegensdorf“ erlangte z.B. so Berühmtheit. Denn die Bürger griffen einst selbst zur Hacke(!), um die 1,3 Kilometer Verbindungsstrecke zu graben. So sanken die Kosten, die von der Deutschen Telekom auf 40.000 Euro beziffert wurden um 30000 Euro!

Teils werden solche Selbsthilfeprojekte aber in Kooperation mit den Telkos gestemmt.  Doch auch hier gilt es zunächst, einige hundert Interessenten zu finden, da sonst die Kosten für die einzelnen zu hoch sind.



4. Mittel und Wege zu DSL bzw. schnellen Breitbandzugängen

4.1 Internet per Funk

Große Hoffnung wurde mit Sicherheit für alle Betroffenen bei der ersten Versteigerung der Wimax-Lizenzen im Dezember 2006 geweckt. Bei Wimax handelt es sich um eine Technik, die mittels Funknetzen Breitbandinternetverbindungen ermöglicht. Das teure Verlegen von Kabeln entfällt also. Wimax galt lange Zeit als Alternative zu kabelbasierten Internetzugängen per DSL, VDSL oder Kabel sowie dem Mobilfunkstandard UMTS. Der Einsatz von Wimax setzt eine Basisstation in erhöhter Lage voraus. Der Versorgungsradius liegt bei etwa 2-3 Kilometern. Teils erwähnte Distanzen von bis zu 50 km, liegen eher im Bereich von idealen Laborbedingungen. Die Datentransferrate erreicht bis zu 108 Mbit/s. Allerdings müssen sich alle beteiligten Nutzer die zur Verfügung stehende Bandbreite teilen. Unter realen Bedingungen werden daher eher einstellige Werte erzielt.

Die Zukunft von Wimax gilt heute als wenig aussichtsreich. Der weltweit größte Netzwerkausrüster „Cisco“ gab im März 2010 bekannt, in Zukunft keine Wimax-Ausrüstung mehr herzustellen. Stattdessen setzt man, wie andere Unternehmen auch, nun auf das sehr vielversprechendere „LTE“ – Long Term Evolution. LTE bietet Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s und soll auch auf dem Land bald alle „weißen Flecken“ schließen. Hier könnte also die Lösung für Betroffene liegen. Der Zeithorizont liegt in etwa bei 2011-2012.


4.2 DSL via Satellit

Zunächst die gute Nachricht - Sie können DSL über Satellit überall nutzen! Hier finden Interessenten ein Überblick zu passenden Angebote und Tarifen. Leider hat dieser Weg aber einen Harken. Er ist um einiges kostenintensiver als ein herkömmlicher DSL-Anschluss. Wer allerdings beruflich oder privat auf das Internet angewiesen ist oder gar damit seinen Lebensunterhalt verdient, findet mit SAT-Internet eine zuverlässige Alternative. Hier kann eine einfache Kalkulation gegenüber der DFÜ-Modemnutzung dennoch Sparpotenziale ergeben. Besonders für mittelständige Unternehmen in den betroffenen Regionen ein interessanter Ansatz.


4.3 Breitband via Mobilfunk

Was zunächst etwas umständlich anmutet, kann in Einzelfällen die ultimative Lösung sein! Denn Mobilfunkflatrates via UMTS (oder HSDPA) sind fast flächendeckend verfügbar. Und das für vergleichsweise günstige, monatliche Pauschalen in Höhe von rund 20-40 Euro. Die Mobilflats sind eigentlich eher zum mobilen Surfen gedacht, können aber natürlich auch als Ersatz für eine kabelgebundene Breitbandlösung herhalten. Der Nachteil: Meist sind die mobilen Tarife auf ein Volumen von monatlich 5 GB (Gigabyte) beschränkt. Dann wird die Geschwindigkeit stark gedrosselt. Ungefähr auf DFÜ- oder ISDN-Geschwindigkeit. Somit ist das für ambitionierte Nutzer auch eher eine Notlösung. Wenn Sie nur hin und wieder surfen und ein paar E-Mails abrufen, heißt es hingegen zugreifen! Unsere Empfehlungen sind die Angebote von Base und O2.

» Anbieter für mobiles Internet & Bestellung


Eine echte Alternative wird Internet via Funk wahrscheinlich erst mit dem bereits erwähnten „LTE“. Hier ruhen viele Hoffnungen. Bis zu 100 Mbit/s soll die neue Technik auch in entlegene Wohngebiete bringen können. Voraussichtlicher Start Ende 2010 / Anfang 2011.


4.4 Andere Alternativen

Als letzte Möglichkeit können Sie prüfen, ob regionale Kabelanbieter oder DSL-Provider mit eigenen Netzen eventuell eine positive Verfügbarkeit liefern. Wir haben Ihnen hier alle Möglichkeiten und Anbieter zusammengestellt. Zudem empfiehlt sich, es auf gut Glück zu testen, ob evtl. das schnelle (25-50 Mbit/s) VDSL verfügbar ist. Da dies auf einem anderen Netz beruht, kommt es manchmal vor, dass zwar VDSL am Wohnort möglich ist aber kein DSL!


4.5 Sparen und "Warten auf DSL"

Auch wenn alle Stränge reißen, können Sie wenigstens auf die Kostenbremse treten, sofern sie weiter über ein 56K-DFÜ-Modem bzw. über ISDN surfen. Bei letzteren lohnt ein Blick auf die Angebote sogenannter ISDN-Flatrates. Wird ein Analogmodem genutzt, finden sich auch Wege, bares Geld zu sparen. Da wäre zum einen der Smartsurfer und zum anderen analoge Flatrates zu nennen.





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