Welche DSL-Geschwindigkeit passt zu mir?

Eine detaillierte Beratung zur Wahl der Geschwindigkeit


Die meisten Internet-Provider offerieren Tarife mit mindestens 3 verschiedenen Geschwindigkeiten. Diese variieren je nach Breitbandtechnik von 1000 Kbit/s bis über 100.000 KBit/s. Es gibt also große Unterschiede! Bei DSL-Tarifen sind zur Zeit DSL 6000 und DSL 16000 sehr populär. Bei VDSL sogar 50 MBit/s. Kabel- und Glasfaseranschlüsse bringen es gar auf 100 bis 200 MBit/s. Doch was meinen diese Zahlen und welche Geschwindigkeit ist für mich ideal? Die Antwort auf diese und weitere Fragen wollen wir im folgenden Ratgeber beantworten.



Viele Anwender haben Schwierigkeiten, sich von den Maßeinheiten X Kbit/s oder X Mbit/s eine Vorstellung zu machen. Wir helfen Ihnen dabei!

So misst man die Leistungsfähigkeit von Internetanschlüssen...

Die Zahlen geben die bei dem jeweiligen Anschluss theoretisch, maximal erreichbare Übertragungsgeschwindigkeit an. Also wie viele Daten je Zeiteinheit auf einmal übermittelt werden können. Als Maßeinheit wird oft „KBit/s“ – gesprochen Kilobit pro Sekunde - verwendet. Desto größer die Zahl, desto mehr Daten können also je Sekunde ausgetauscht werden und desto schneller ist z.B. eine Internetseite geladen bzw. eine Datei auf Ihren Computer übertragen. Manchmal wird auch die etwas kürzere Einheit „MBit/s“ – gesprochen Megabit je Sekunde - gebraucht. 6 MBit/s entsprechen also 6000 Kbit/s - also dem 1000sten Teil.


Desto schneller, desto besser!?

DSL-Speed. So schnell sollte Internet sein...
Pauschal stimmt diese einfache Formel natürlich. Aber so, wie nicht jeder unbedingt ein Auto mit 500 PS benötigt, so sind 100.000 Kbit/s (oder mehr) auch nicht für alle Internetnutzer unabdingbare Notwendigkeit. Je nach bevorzugtem Einsatzzweck des Internetanschlusses, gibt es Empfehlungen für die ideale Geschwindigkeit. Wer seinen Bedarf richtig erkennt, spart Geld. Denn je schneller desto teurer sind Internetflatrates leider auch. Allerdings sind die Preisdifferenzen heute bei weitem nicht mehr so groß, wie noch vor 2-3 Jahren.


Geschwindigkeit in der Praxis – ein paar Beispiele

In der Illustration oben sehen Sie, wie lange der Download einer 10 Megabyte (MB) großen Datei benötigt. Zum Vergleich: Eine durchschnittliche MP3-Datei oder 1-2 hochauflösende Bilder einer Digitalkamera, benötigen ca. 5 MB. Klicken Sie hier, um die Animation erneut zu sehen.


Die Technik bestimmt die Leistung

Die Zeiten, in denen DSL die ultimative Technik für einen Breitbandinternetzugang mit Flatrate und Telefon war, sind längst vorbei. Die Leistungsfähigkeit von Kabel- oder Glasfaser-Internet, fängt meist gerade da erst an, wo DSL schon längst aufgeben muss. Nämlich bei rund 16 Mbit/s. Höhere Werte erlaubt die DSL-Spezifikation nicht. Wer mehr Leistung will, muss also zu echten Highspeedtechniken, wie Kabel, VDSL oder neuerdings auch FTTH (Glasfaser) greifen. Alle drei Techniken erlauben momentan Downloadgeschwindigkeiten von maximal 50-200 Mbit/s. Auch der Upload von Dateien geht wesentlich schneller. Bis zum Faktor 10 (10 Mbit/s) gegenüber DSL16000 mit rund 1 Mbit/s im Upload. Bei FTTH sind sogar 100 MBit im Upload möglich. Angeboten wird Glasfaser-Internet momentan vorrangig von der Dt. Telekom. Mehr hier auf der Homepage unter www.telekom.de. Wichtig insbesondere beim Versenden von Bildern oder Videos an Freunde oder zum einpflegen solcher bei sozialen Netzwerken, wie Facebook.


Aspekte zur Wahl der richtigen Geschwindigkeit sind:

- Verfügbarkeit in Ihrem Wohngebiet bzw. Wohnorthier Verfügbarkeit testen

- Preisunabhängigen Anbieter- und Preisvergleich starten

- Zukunftssicherheit → wir empfehlen für die nächsten 2 - 4 Jahre mindestens 25 Mbit/s

- Anwendungsabsichten → siehe folgende Entscheidungsmatrix


Die Geschwindigkeitsmatrix – Anwendungsmöglichkeiten je Geschwindigkeit

Anwendung // Mbit je Senkunde 2 6 16 25 50 100 150 200
Surfen
E-Mails
Internettelefonie
WebTV* in normaler Qualität
WebTV* in HD-Qualität
IPTV** in SD (normal)
IPTV** in HD
IPTV** in HD mit <= als 2 Fernseher
IPTV** in HD mit <= als 3 Fernseher
große Dateien senden (Fotos etc.)
mehr als 2 Internetnutzer im Haushalt
mehr als 4 Internetnutzer im Haushalt
Internetspiele im Team
Cloud Dienste nutzen
häufig größere Downloads


* TV am PC über Internet z.B. Youtube
** echtes TV via Internet - z.B. von der Telekom oder Vodafone

  möglich   nicht empfohlen   nicht möglich


Um über das Internet in guter Qualität fernsehen (IPTV) zu können, benötigt man mindestens 10-16 Mbit/s. Für HDTV sind sogar 25 Mbit/s oder mehr dringend zu empfehlen. Echte Anwendungsmöglichkeiten für Geschwindigkeiten jenseits der 50 Mbit-Marke (außer schnelle Downloads und mehrere HD-Streams) sind bisher noch rar. Unser Preis/Leistungstipp daher: Eine Doppelflat um die 50 Mbit/s per VDSL oder Kabel.


Bandbreite und mögliche Bildqualität mit "IPTV"

Bildqualität DSL 1000 DSL 2000 DSL 6000 DSL 16000 >= VDSL 25
VHS (SD) low
Analog-TV
Digital-TV
DVD-Qualität
HDTV

(vorausgesetzt die maximal verfügbare Bandbreite wird auch annähernd erreicht)

„Echte Geschwindigkeit“ – zwischen Prospekt und Wirklichkeit

Techniker prüft Leitungsqualität - gerade bei DSL ist d. oft schlecht

Wie der eine oder andere vielleicht schon gehört hat, klaffen zwischen den Prospektangeboten der Internetprovider und der Wirklichkeit teils große Lücken. Nicht selten kommt es vor, dass ein Kunde z.B. DSL 16000 bestellt und sich dann wundert, dass nur z.B. 10000 Kbit/s als tatsächliche Leistung im Durchschnitt ankommen.

Die Ursache ist leider technischer Natur. Es gibt zahlreiche Faktoren, die Einfluss darauf haben, mit wie viel Geschwindigkeit der Kunde letztendlich rechnen kann. Da wären die Leitungslänge zum nächsten DSLAM zu nennen, deren Qualität, störende Umweltfaktoren und vieles mehr. Theoretisch müsste also der DSL-Anbieter für jeden Kunden eine Messung durchführen um eine definitive Aussage treffen zu können, ob z.B. DSL 6000 möglich ist oder gar um die 16000 Kbit/s. Da dies recht aufwändig ist, behelfen sich die Anbieter oft mit dem Passus „bis zu ...“. O2 beispielsweise bietet als einer der wenigen Anbieter gar keine Differenzierung der Tarife nach Geschwindigkeit, sondern nur nach Leistungsumfang. Alle Angebote lauten auf „bis 16.000“ bzw. "bis 50.000". Prinzipiell ist das nicht schlimm oder unlauter. Der Kunde erhält das, was technisch bei ihm möglich ist und jeder zahlt denselben Preis. Ärgerlich wird es nur, wenn man z.B. 5 Euro monatlich für ein DSL-16000-Anschluss bezahlt, der in Wirklichkeit nicht mal 6000 leistet.

Lange Zeit gab es hier kaum eine Handhabe seitens der Kunden und es blieb nichts weiter übrig, als die Mindestvertragslaufzeit abzuwarten. Mitte 2010 hat jedoch das Amtsgericht Fürth geurteilt, das unter bestimmten Voraussetzungen eine Kündigung seitens des Kunden rechtens sein kann. Lesen Sie dazu hier unser Spezial zum Sonderkündigungsrecht.

Neue Breitbandtechniken liefern die versprochenen Datenraten

Während es bei DSL und VDSL zu den beschriebenen Effekten kommen kann, sind Kabelkunden davon weitestgehend verschont. Gleiches gilt für Glasfaserkunden. Hier kann man relativ sicher sein, dass bei einer Buchung samt Zusage für einen Tarif mit 100 Mbit/s auch 100 Mbit/s (Plusminus ein paar Prozentpunkte) ankommen. Wer auf „Nummer Sicher“ gehen will, greift also zum Angebot eines Kabelanbieters.






Alle Angaben und Tarife wurden nach bestem Wissen und unter
sorgfältigen Recherchen publiziert. Wir geben jedoch keine Gewähr auf Richtigkeit!
© dsl-tarifjungle.de